Das emotionale Gehirn/ limbisches System

                                

      

Das limbische System  (siehe Bild unten) reagiert auf äussere Bedrohung/ Einflüße als erstes bevor unser Verstand einsetzt, quasi am Verstand vorbei. Das ist wichtig um schnelle überlebensnotwendige Reaktionen zu ermöglichen, um auf eine Gefahr  optimal zu reagieren.

Wenn eine hochakute dramatische lebensbedrohliche Situation uns ereilt,  melden die Amygdalae/Mandelkerne,  das "Furchtzentrum" ,  die Gefahr und aktivieren das Flucht/ Angriffsprogramm oder Aufgabe/ Totstellprogramm.

Wobei entweder der Sympathikus (Flucht/ Angriff) oder überwiegend der Parasympathikus,  wenn gar nichts mehr geht, (Totstellen / Aufgabe/ Unterwerfung) verstärkt aktiviert werden.

Das geschieht vor allem über das thalamische System im "Tor zum Bewußtsein". Hier werden frühere Erfahrungen und Reaktionen abgeglichen und entsprechende Handlungen eingeleitet.

Im Normalfall lösen die eingeleiteten Verhaltensweise den äusseren Konflikt und der Organismus schaltet wieder auf Normal/ Ruhemodus.

Kann der äussere Stress aber nicht unter Kontrolle gebracht werden, bleibt oft nur das Totstellen oder die Aufgabe als letzte Verhaltensweise übrig.Der  unmyelinisierte Vagus übernimmt die Kontrolle

            http://stephenporges.com/index.php/scientific-articles/scientific-articles/publicationss/19-polyvagal-theorie-               die-drei-neuralen-kreislaeufe-als-regulatoren-fuer-unser-reaktives-verhalten-

Viele Räuber lassen dann oft vom scheinbar leblosen Tier ab oder können es nicht mehr wahrnehmen so daß, wenn nicht gefressen worden, das Fluchtprogramm wieder gestartet werden kann und ein Entkommen möglich ist.

In der Natur sind diese Verhaltensweisen von relativ kurzer Dauer,  eben um die bedrohliche Situation sofort zu meistern. In der menschlichen vom Instinkthaften abgespaltenen Kultur laufen diese Verhaltensprogramme übermäßig lange.

Der Mensch bleibt nach Konfliktschock in der relativen Starre/ Kontraktion!

Die parasympathische Innervation überwiegt !

Da das emotionale Gehirn mit den archaischen Verhaltensweisen keine Lösung herbeiführt,  fängt jetzt das "rationale" Gehirn anzu rattern und das Kopfkino schaltet sich ein.

Das emotionale Gehirn ist aber immer noch im Warnzustand und mobilisiert alle Energien ,obwohl der Moment schon vorbei ist.Die bedrohliche Situation wird immer noch als bedrohlich empfunden,  weil keine Lösung/Bewältigung stattfand.

So wird die Vergangenheit zur Gegenwart und bestimmt die Zukunft !

Der berühmte Tiger,  der immer noch gefühlt hinter einem her ist und als reale Bedrohung erlebt wird,obwohl er schon lange weg ist. Das Frontalhirn gibt keine Entwarnung und und das Lebewesen "bleibt unter Strom". Es ist gefangen und immer noch in Anspannung.

Erst wenn diese Anspannung sich  entlädt , kann das limbische System wieder in den Ruhemodus schalten und somit auch der Organismus zur Ruhe finden.Eine reale Konfliktlösung findet im Idealfall im Aussen statt, dann aber zeitversetzt, indem man wieder zum Schauplatz des Dramas zurückkehrt und diesmal eine Lösung findet.

Oftmals findet man aber die gleichen Bedingungen vor und nichts ändert sich. Zumal das Umfeld,  vor allem unsere Mitmenschen, oft nicht in dem Maße zur Lösung beitragen, wie sie könnten, weil sie oft auch gefangen  resp.befangen sind.

So bleibt nur die Lösung im Inneren übrig,  indem man sich nochmal vorsichtig in die damalige schlimme Situation begibt und die aufgestauten Gefühle langsam entlädt.

Scheinbar ist es dem Organismus dann egal, ob man z.B auf einen Boxsack einschlägt oder auf ein reales Gegenüber.Es geht "nur "darum, das Gefühl oder die Bewegung, die im bedrohlichen/schockierenden Moment gebremst , aufgestaut  und nicht zu Ende gebracht wurde, wieder zu entladen.

Es geht darum,  die Gefühlsstarre, die im Schock entstanden ist , behutsam aufzulösen. Ist das Gefühl wieder spürbar,  kann es auch erlebt und ausgedrückt werden. Die große Erleichterung findet statt und man kann wieder auf und durchatmen.

                                               

                                 

 

                   

                   limbisches system