Dreh und Angelpunkt jeder Kränkung ist die im Moment des Schocks  im Körper gefangene Energie/Emotion.

Durch eine mangelnde Anpassungsfähigkeit an die von außen oder innen auftretende Störung reagiert der Organismus auf allen drei/vier Ebenen Geist /Psyche/ Gehirn und Organ mit Ungleichgewicht natürlich synchron.

Der mehr oder weniger große Eindruck, den die Situation hinterlassen hat, zwingt den Körper in eine Sondersituation um das Geschehene zu integrieren oder gegenzuregulieren.

Wichtig ist dabei vor allem die emotionale Situation, falls der Organismus nicht durch Mangel, Vergiftung oder Unfall beeindruckt wurde.

Hierbei ist zu berücksichtigen,  das im Moment des Konfliktschocks /Traumas das Phänomen des sprachlosen Entsetzens und der Unfähigkeit angemessen auf den überstarken Reiz zu reagieren auftritt.

Diese Reaktionslähmung schafft dann die Situation, daß die normalerweise bereit stehenden Maßnahmen wie Flucht oder Angriff nicht mehr möglich sind. Der Organismus „geht“ in die Immobilität/ Bewegungslosigkeit/Starre und staut/hält das Gefühl das für Angriff oder Flucht bereitgestanden hätte in der Muskulatur fest oder spaltet es sogar ab .

Das Phänomen der vorübergehenden Ausweglosigkeit/Bewegungslosigkeit zwingt den Organismus zum Ausharren und Verhalten der Bewegungsenergie.

Diese blockierte Gefühls/Bewegungsenergie ist jetzt im Körper gefangen und kann nicht gelöst  und abreagiert werden .Diese gefangene Energie macht dann Symptome je nach Keimblatt.

Konfliktmasse ist eigentlich Gefühlsmasse die im Konflikt eingefroren ist und sich nicht äußern kann.

Wenn das Gefühl, das in der dramatischen Situation gestaut wurde, befreit  und abreagiert wird ist der äußere Anlass oft hinfällig. Manchmal findet das im therapeutischen Gespräch statt, daß der sich aus der Isolation bewegende Mensch mit dem Erzählen seiner Leidensgeschichte gleichzeitig auch die dazugehörenden Gefühle befreit weil er weint, wütet oder sich sonstwie erleichtert.

Wird die Leidensgeschichte emotionslos vorgetragen oder abgefragt verwandelt sich oft nur das im Leiden vorher gefrorene, gefangene Gefühl  in ein heißes gefangenes Gefühl , verantworlich für die meisten oft raumfordernden Organgeschehen.

 

Das was also vorher Konfliktgefühlsmasse ist wird dann zur Heilungs?gefühlsmasse und löst sich aber nicht auf wenn keine Epikrise/Zittern resp. keine  Entladung stattfindet.

Die Epikrise findet nur statt, wenn sich das Gefühl das im Konflikt steckt  löst und abfließt.

Findet das nicht statt und bleibt das durchs Bewusstsein angeschuckte Gefühl stecken kommt es zur hängenden Heilung. Wobei das natürlich keine Heilung sondern nur ein Lösung der Gefühle ohne Abfuhr ist.

Das heißt das das,  was neumedizinisch als Schiene bezeichnet wird, ist nur das Gefühl das immer noch im System/Organismus steckt und nachläuft und von außen immer wieder angepingt wird.

Hat sich die durch den Konflikt-Konfliktschock überladene und angespannte Gefühlslage entladen und wieder entspannt können äußere scheinbar ursächliche Ereignisse den Organismus nicht mehr in Aufruhr versetzen.

Deswegen ist es notwendig, zuerst den inneren Gefühls/Bewegungs-Konflikt zu lösen!

Die Grund/Gefühlskonflikte werden oft schon früh in der Kindheit “ angelegt“ und bestimmen das weitere Erleben und das Verhalten in Stressituationen, insbesondere im Schock!

Die Blockierung der Blockierung führt zum Organgeschehen!

Durch eine überwiegend Lebens und lustfeindliche Erziehung gerät der Körper schon in eine Grundimmobilität/Bewegungslosigkeit.

Das geschieht dadurch, daß Eltern, die Lehrer und  Kindergärtner/innen,  die  mehr oder weniger kulturell geprägt sind, durch ihre Erziehung und ihr Verhalten der Gefühle, ihre Gefühlsblockaden an die Kinder weitergeben.Gewisse Gefühle sind nicht erwünscht „schlecht“

Das Kind hält die Luft an, macht sich hart oder steif damit die „schlechten“ Gefühle sich nicht mehr zeigen und es geliebt wird.

Die „falschen“ Gefühle sind wie weg, abgespalten: Die Altpsychologen würden sagen, sie sind unbewusst geworden und ins Unterbewusstsein verschwunden. Sie sind aber nicht verschwunden, sie bewegen sich bloß nicht mehr oder wenig und werden im Körper vor allem der Muskulatur festgehalten( muskulärer Panzer). Der Körper, der vorher bewusst lustvoll wahrgenommen wurde, wird durch die emotionale Panzerung unbewusst leblos und tot . Das Kind geht aus dem Kontakt mit sich und ist auch nicht mehr im Kontakt mit seiner Umwelt .

 

Kleine Auswahl zu Vorgaben zum falschen Selbst:

 

Bei den Frauen/Mädchen wird früh schon ein wütend sein belächelt und das Selbstbild der hysterischen Zicke vermittelt. Es ist nicht allzulange her, da hat man den Frauen die sexuelle Lustfähigkeit abgesprochen. Frauen haben und brauchen das nicht. Nur Männer sind sexuell und wollen und können immer. Frauen werden dazu genötigt und kreischen.

So haben viele Frauen z.B. ein Problem ihre Wut auszuleben, nicht zuletzt weil das Gegenüber (Mann) mit Gewalt/Dominanz reagiert und Gefühle der Ohnmacht und Demütigung das Gefühl der Wut fesseln.

Die Geschlechts- und kulturspezifische Gefühlsnormierung ist der Boden  für spätere Konflikte.

Richtige Männer (Indianer?) spüren keinen Schmerz und wenn dann zeigen sie ihn nicht.

Richtige Männer weinen nicht, sonst sie Memmen. Männer sind cool und haben alles im Griff.

Und wenn sie es nicht im Griff haben geben sie es nicht zu. Männer die Gefühle haben und  zeigen sind schwul.

Das von außen auferlegte verinnerlichte Selbstbild des Mannes lässt nur eine begrenzte Gefühlspalette zu.

Was macht Mann mit seinen (weiblichen?) Gefühlen? Mann wird seine Tränen runterschlucken und die Luft anhalten. Flachatmung und Luftanhalten und durchhalten sind die ersten Mittel um Gefühle wie Schmerz Trauer, Wut und Lust zu unterdrücken.

Wenn die Gefühle dann immer noch nicht weg sind, werden sie in der Muskulatur festgehalten.

Wilhelm Reich spricht vom Gefühlspanzer.

Wenn die Gefühle sich dann doch äussern wollen müßen sie erst durch den Muskelpanzer durch und äussern sich in Wut.

So werden tarurige liebevolle Männer in ihrer Verbitterung und Gefühlsversagung wütend anstatt zu weinen oder zu lieben.

Es entstehen Gefühlsventile die aber mit dem ursprünglichen Gefühl nichts zu tun haben und deswegen nur vorübergehende Erleichterung schaffen.

Abgesehen davon, daß die Umwelt den Mann dann nicht versteht, weil er ja seine Verletztheit nicht zeigt sondern sie weitergibt.

Wenn wir unsere Gefühle nicht zulassen und äussern dürfen, werden wir hart und "böse".

Das gestaute Gefühl wird sich dann den Weg nach aussen bahnen mit Gewalt und sich so auch zeigen.

Manchmal explodiert es auch und dann kann niemand mehr was damit anfangen.

Hier drängen sich die Begriffe blinde Wut und sehende Wut auf.

 

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Wilhelm Reich der geniale Geist prägte die Grundformel des Lebens :

 Ladung Spannung Entladung Entspannung

Kommt es zur Über oder Unterladung durch Gefühlsstau wird der Mensch krank.

Die Geschlechts- und kulturspezifische Gefühlsnormierung ist der Boden  für spätere dramatische Konflikte.

 

Gedanken zur Therapie:

Vermeidung und Verhaltensänderungen sind  oftmals nur symptomatisch und zeitlich begrenzt und nicht von Dauer, weil der innere Konflikt wie magisch eine reale Situation schafft um erlöst zu werden. Das Problem der Reinszenierung .

 

Es reicht oft nicht sich das Problem von der Seele zu reden (vor allem bei mehreren Konflikten),  es muss auch von der Seele gefühlt werden.

Wenn das Gefühl ausgedrückt wird, das einen bedrückt, wird der Eindruck der hinterlassen wurde auch verschwinden oder verblassen.

Körperarbeit muss in die neumedizinische Therapiearbeit mit einfließen.

Der Schmerz hat nicht die Funktion still zu sein und ausgehalten zu werden,  sondern ist der Schrei des Gewebes nach fließender Energie. Die im Schmerz gefangene Energie will fließen, befreit werden.

Der alte patristische Leidens- und Aushaltesmythos  muss transformiert werden, wie das im Schmerz gefangene Erleben und Fühlen.

 

Mir ist es  wichtig zu betonen,  das die Körperebene im Gesamten betrachtet werden muss und das man nicht nur aufs Organ schaut, sondern weiß, daß das Organgeschehen gespeist wird aus einem Gefühls/ Grundkonflikt.

 

Die energetische Körperebene ist wichtig! Eine Lösung ist oftmals keine Lösung wenn sie am Erleben vorbeigeht.